Autor: Johannes Gangl B.Sc.
Der europäische Schlachtschweinemarkt wird durch den deutschen Preissturz vergangene Woche auf breiter Ebene beeinflusst.
Während in Deutschland selbst, trotz regionaler Überhänge, das Geschäft ruhiger als zuletzt verläuft, werden in Spanien einzelne Partien bereits zurückgehalten. Steigende Schlachtgewichte sind die Folge. Der Fleischmarkt ist mit dem herrschenden Angebot ausreichend abgedeckt. Im Allgemeinen wurde die Seitwärtsnotierung diskussionslos hingenommen. Produktionsseitig bleiben jedoch schwelende Problemherde ungelöst. Steigende Produktionskosten wie zum Beispiel der Anstieg bei Mineralfutter belasten zusätzlich die Schweinebäuerinnen und -bauern. Die Forderungen nach zusätzlichen Aufschlägen werden lauter.
In Österreich wurden in der vergangenen vollen Schlachtwoche 93.958 Schweine geschlachtet. Nach dem Notierungsrückgang in Deutschland um 10 Cent und dem darauffolgenden Preisdruck in den angrenzenden EU-Mitgliedsstaaten, dem sich auch Österreich mit der Rücknahme um 4 Cent nicht entziehen konnte, folgte eine verstärkte Schlachtschweineanmeldung in dieser Woche. Das Ergebnis war ein ausreichendes Angebot, welches sich trotz befürchteter Rückstaus und verkürzter Schlachtwoche dennoch reibungslos vermarkten ließ. Obwohl sich im Geschäft mit Edelteilen die Situation bei Karree und Schopf verbessert hat, was aus dem Gespräch mit einem großen Schlachthofbetreiber hervorgeht, wird der Absatz von Bäuchen und Schlögeln durch Druck ausländischer Ware auf den relevanten Märkten wie z. B. Italien weiterhin erschwert. Abzuwarten bleibt, ob die verlängerten Wochenenden wie zu Pfingsten durch Impulse, den Markt belebend, beeinflusst werden. Vor diesem Hintergrund wurde an der Ö-Börse seitwärts notiert.