Autor: Johannes Gangl B.Sc.
Regionale Unterschiede bilden auch in dieser Woche die Eckpfeiler des europäischen Marktes.
Daraus resultiert, wie in den vergangenen Wochen, eine differenzierte Handelssituation mit Schlachtschweinen. Zum einen wirken sich verkürzte Schlachtwochen hemmend auf den Abfluss des Angebots aus, zum anderen steigt durch das lang ersehnte Einsetzen verstärkter Grillaktivität mancherorts die Nachfrage, sodass sich ein gewisser Auffüllbedarf abzeichnet. Gefestigt wird die Preissituation beispielsweise in Spanien durch rege Nachfrage gegenüber vermindertem Wachstum aufgrund hoher Temperaturen.
In Österreich bleibt die Lage ausgeglichen. Die in den vergangenen Wochen oft beschriebenen Parameter, welche maßgeblich die Preisbildung beeinflussen, wie zum Beispiel Schweineanmeldungen oder das Verhältnis am Fleischmarkt, haben in diese Woche gewechselt. War es das niedrige Angebot mit Tiefpunkt rund um KW 17, das neben fehlenden Impulsen einen Preisanstieg verhinderte, so sind es in dieser Woche – trotz verkürzter Schlachtwoche – die Feiertage, an denen eifrig Schweinefleisch auf die Griller gepackt wird, die die Nachfrage anregen und trotz steigender Schweineanmeldung wieder ein Ausgleich am Markt zustande kommt.
Im Export trifft sich die ganze Welt. So beeinflusst die Aufhebung der Exportsperre Spaniens Richtung Philippinen, aufgrund des Regionalisierungsabkommens, auch den österreichischen Markt. Geht für ein Land eine Exporttüre auf, steht es in direkter Konkurrenz zu den bisherigen Lieferanten. So auch Schlachtbetriebe aus Österreich, die neuerdings wieder mit Spanien auf den Philippinen im Wettbewerb stehen. Positiv in diesem Zusammenhang ist, dass jedes Kilogramm, welches in Drittländer exportiert wird, nicht am innereuropäischen Markt abgesetzt werden muss. Vor diesem Hintergrund wurde an der Ö-Börse seitwärts notiert.