Autor: Johannes Gangl B. Sc.
Anhaltender internationaler Druck auf den Schweinefleischmärkten brachte diese Woche in Deutschland die Situation zum Kippen.
Die Ursachen, welche einen zu dieser Zeit unüblichen Marktverlauf bewirken, sind vielfältig. Sei es die Produktionssteigerung in China, dessen Markt der wichtigste Exportmarkt der EU ist, oder wie in der vergangenen Woche der erwähnte Dollar/Euro-Kurs. In Brasilien beispielsweise sind die Notierungen seit Monaten am Sinken. Meist ist es ein Sammelsurium an Faktoren, die ein Fass zum Überlaufen bringen. Werden Marktbedingungen schwieriger bzw. verkleinern sich Exportmöglichkeiten, forciert das ein Rittern im Unterbieten, um die verbliebenen Absatzmärkte zu beschicken. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten in vielen günstiger produzierenden Ländern bremsen unter anderem den dortigen Inlandskonsum. Geäußert hatte sich alles in einem Notierungsrückgang von 10 Cent.
In Österreich stand – wie mehrmals beschrieben – der Markt auch diese Woche zunehmend unter Druck. Retteten in den vergangenen Wochen ein geringeres Angebot oder ein anziehendes Fleischgeschäft den Preis, konnte man sich in dieser Woche dem durch internationale Entwicklungen beeinflussten, unausweichlichen Preisabsturz nicht entziehen. Zum zweiten Mal in diesem Jahr zogen die Ereignisse im 10-mal größeren Nachbarland, auf den Schweinemarkt bezogen, die hiesige Marktentwicklung mit in die Tiefe. Die angemeldeten Partien überstiegen eine Größenordnung, die problemlos vermarktet werden könnte. Die TK-Lager sind noch immer voll und somit schwanden jegliche Lichtblicke, sich dem Preisrückgang wie vergleichsweise vor fünf Wochen zu verwehren bzw. ihm dementsprechend entgegenzuwirken. Forderungen nach drastischeren Abschlägen konnte man jedoch entgehen. Somit wurde an der Ö-Börse mit -10 Cent notiert.