Autor: Johannes Gangl B.Sc.
In Europa setzt sich der ausgewogene Kurs fort.
Regionale Unterschiede in der Anmeldung verdeutlichen zwar, dass z.B. Deutschland diesbezüglich gespalten ist, jedoch sind die Unterschiede noch nicht so gravierend, dass sie sich weitgehend aufheben. Einsetzende Impulse wie Grillen oder volle Kurztripdestinationen während der Feiertage regen durchaus den Fleischmarkt an. Die Arbeit in den Schlachthöfen wurde vergangene Woche jedoch erneut durch den vorerst letzten Feiertag in der 6 maligen Wiederkehr verzögert. Jahreszeitbedingt mehren sich im südlichen Europa sommerliche Vorzeichen. Dies beeinflusst allerdings nicht nur die Buchungslage in den Urlaubsorten, Mastschweine haben bei über 30 Grad Celsius eingeschränkt Appetit und in weiterer Folge Wachstumseinbußen. In Spanien beispielsweise dreht sich momentan der Spieß sprichwörtlich um. Verharrte die Notierung in den vergangenen Wochen aufgrund steigendem Angebots an der Schlachtrampe, führte diese Woche das verminderte Wachstum und die sinkenden Schlachtgewichte gepaart mit leicht erhöhter Nachfrage durch z.B. wieder geöffnete Exportwege, zum Preisanstieg.
In Österreich fällt das Angebot an reifen Schlachtpartien in dieser Woche üppig aus. Entgegen lauter Forderungen nach Preisabschlägen in Deutschland, blieb die Situation auch in Österreich konstant. Der Markt steht momentan unter massivem Druck. Einer der Hauptgründe dafür sind die Exportsperren aufgrund der ASP Fälle in einigen EU Ländern. Diese wirken sich vor allem auf die Warenströme in Spanien und Deutschland aus, die enorme Mengen im EU Binnenmarkt absetzen müssen. In weiterer Folge betrifft diese Entwicklung auch Österreich. Die traditionelle Belebung des Fleischmarktes zu dieser Zeit wird durch das Versiegen der Exportquellen negativ beeinflusst.
Im Export duelliert man sich vieler Orts mit Mitbewerbern, die durch strukturelle Vorteile viel günstiger produzieren können. Nimmt man die Wettbewerbsfähigkeit der EU ins Visier, wird der Export in Drittstaaten durch den momentan schwachen Dollar negativ beeinflusst. Ähnlich wie im Herbst 2025 ist der Euro härter. Das bedeutet für jedes Land, welches aus der EU Schweinefleisch importiert, tiefer in die Tasche greifen zu müssen.
Vor diesen Hintergründen wurde an der Ö-Börse seitwärts notiert.