Autor: DI Raimund Tschiggerl
EU-Schweinemarkt: Jede Menge fertige Mastschweine in der Warteschleife zur Abholung.
Aufgrund der vielen fehlenden Schlachttage durch die Feiertagswochen sind auch die Schlachtmengen für zwei Wochen auf ein 1/3 reduziert. Dadurch ergeben sich erhebliche Rückstände in der Vermarktung und damit wurde der Druck auf den Schweinepreis sehr hoch. Die Tatsache, dass Dänemark und Frankreich in der Vorwoche die ohnehin schon niedrige Notierung zurücknahmen, führte zu massiven Preisdiskussionen in Deutschland. Zu der üblichen Preisschwäche nach Weihnachten kommt auch noch das sehr viel günstige Ware aus Spanien den Markt belastet. Fakt ist, dass es mit diesen niedrigen Schweinepreisen derzeit in Europa in keinem Land möglich ist, die Schweineproduktion wirtschaftlich zu führen. Dies führt in der Regel zur Reduzierung der Bestände.
Ö-Markt: Überhänge belasten massiv den Markt
Auch in Österreich warten jede Menge an Schweinen auf die Abholung und werden jeden Tag noch schwerer. Von der Höchstschlachtmenge in der KW 51 mit 105.000 Schweinen reduzierten sich die Schlachtmengen über die Feiertagswochen, trotz intensiver Bemühungen seitens der Schlachthöfe mit Samstags- und teilweise auch Sonntagsschlachtungen, auf ca. 40.000 Schweine pro Woche. Durch die entstandenen Übermengen wandern die Schweine erst teilweise mit 14-tägiger Verspätung aus dem Stall. Um den Warenfluss bis hin zu den Ferkeln wieder zu sichern und angesichts der empfindlichen Preisrücknahme seitens Deutschlands, musste die Ö-Börse der Forderung der Schlachthöfe mit minus 15 Cent stattgeben. Damit sollte aber auch eine gewisse Talsohle erreicht sein und für raschen Abfluss der Schweine gesorgt sein. Je früher wir diese rasche Räumung erreichen, umso rascher werden sich im Frühjahr die Märkte dann wieder ins Positive bewegen! Auch die Exportmarktaussichten für Österreich sind durch die Sperre von Spanien nach China aufgrund der ASP und die Quotenregelung von China seit 1.1. für Rindfleisch aus Südamerika, Australien und Ozeanien stark gestiegen. Es darf dabei aber nicht vergessen werden, dass unser wichtigster Absatzkanal der Heimmarkt ist und bleibt. Diesen gilt es durch Werbung und Bewusstseinsbildung auch für die Zukunft entsprechend abzusichern.