Autor: Franz Strasser ABL
Bei dieser Hitze kommen wir schnell ins Schwitzen. Schweine können von Natur aus das nicht und müssen die Temperatur durch verstärktes Atmen und durch die Hautoberfläche abgeben.
Was kann getan werden, damit die Schweine mit dieser Situation leichter fertig werden:
Lüftungseinstellung: Solltemperatur und Bandbreite erhöhen
Als Faustregel kann gesagt werden, dass bis zu einer Außentemperatur von 30 °C der Sollwert der Lüftung um 5 °C niedriger eingestellt sein soll. Es soll auch darauf geachtet werden, dass bei Außentemperaturen von über 28 °C eine hohe Luftrate den Stall sicher nicht abkühlen kann. Es genügen 100 m³/Stunde (100-kg-Schweine) für die notwendige Sauerstoffzufuhr. Umsichtige Mäster öffnen an extremen Hitzetagen die Abteiltür in den Zentralgang, um zusätzlich Frischluft widerstandfrei ansaugen zu können. Damit wird die Luftrate erhöht. Natürlich darf am Abend nicht vergessen werden, diese wieder zu schließen.
Süd- bzw. westseitige Fenster beschatten
An Hitzetagen werden im Wohnhaus untertags die Vorhänge vorgezogen bzw. die Rollos runtergelassen. Genau diese Vorkehrung kann auch bei besonders der Sonnenstrahlung ausgesetzten Fenstern getroffen werden. Manche Mäster setzen 3 bis 5 cm starke Styroporplatten den Scheiben auf der Außenseite vor. Das Licht wird gebrochen und der Raum heizt sich nicht so auf.
Kühle Luft ansaugen
Die Möglichkeiten dazu sind beschränkt. Dies kann aber bei der Planung der Lüftungsanlage schon mitüberlegt werden. Gezieltes Ansaugen aus einem schattigen Bereich ist oft einfach und erhöht nicht die Kosten. Dazu eignen sich die Nordseite oder angrenzende Gebäude wie Durchfahrten oder Hallen. Manche Mäster machen sich die Mühe und bespritzen die Futtergänge mehrmals täglich mit Wasser.
Lüftungsquerschnitte erhöhen
Wenn bei über 30 °C Außentemperatur die gesamt Luftrate (100 m³/Stunde) durch eine Porendecke gesaugt werden muss, dann tut sich die Lüftung schwer. Erfahrene Mäster öffnen in solchen Situationen die Abteiltür. Etwas Zugluft empfinden die Schweine angenehm.
Hochdruckkühlung
Das Prinzip der Wasserverdunstung, die Umgebungstemperatur damit zu senken, ist hinlänglich bekannt. Von div. Firmen werden Anlagen angeboten, die zum Stalleinweichen und zur Kühlung geeignet sein sollen. Dabei ist aber Vorsicht geboten, da die Wasserverteilung im Stall sehr feinporig erfolgen muss. Am sichersten funktionieren Anlagen, die mit Hochdruck zerstäuben. Die Anschaffungskosten für das Material belaufen sich für 850 Mastplätze auf 10.500 bis 12.000 Euro. Bei etwas handwerklichem Geschick kann die Anlage von 2 Personen in 3 bis 4 Tagen montiert werden.
Coolpads
Messbare Abkühlung in den Ställen bringt der Einsatz von einem Coolpad. Diese bestehen aus wabenförmiger Zellulosestruktur. Die Zuluft wird durch die nassen Pads gesaugt und kühlt sich ab. Schweinemäster sprechen von einer deutlichen Abkühlung. So erreichte im vergangenen Jahr ein Betrieb die Ansaugtemperatur von max. 24 °C. Die Wartung dieser Anlagen ist einfach, da das durchfließende Wasser die Kühlrippen laufend säubert. Interessant ist, dass in den Schweinehochburgen Spaniens viele Betriebe mit dieser Technik arbeiten.
Mobile Kühlpads:
– diese kann im Ansaugbereich des Zentralganges vorgeschaltet werden,
– Aggregat hat auf einer Palette Platz und ist somit mobil,
– nur Strom- und Wasseranschluss notwendig,
– für ein Gerät mit einer Luftleistung von 18.000 m³/Stunde ist mit ca. 2.700 bis 3.000 Euro zu rechnen;
Futtermengen rechtzeitig anpassen
Bei Hitze werden die Tröge oft nicht mehr ausgefressen. Gleichzeitig koten einzelne Tiere dazu. In solchen Fällen ist ein konsequentes Ausputzen der Tröge vor der Fütterung unerlässlich. Zusätzlich ist die Futtermenge meist drastisch zu reduzieren. Je nachdem, wie sich die Fresslust stabilisiert, können die Futtermengen wieder erhöht werden.
Bei Flüssigfütterung den Wasseranteil erhöhen
Schweinen geht es nicht anders als uns – bei Hitze müssen sie mehr trinken. Wenn normalerweise, je nach Leitungslänge, Steigungen der Leitungen und Quellfähigkeit des Futters ein Trockensubstanzgehalt von > 25 % angestrebt wird, reicht bei Hitze 23 – 24 % TS. Bei Flüssigfütterung kann ganz einfach die Wassermenge bzw. der Flüssigkeitsfaktor erhöht werden.
Selbsttränker kontrollieren
Wenn im Sommer aus dem Selbsttränker zu wenig Wasser kommt, sind die Auswirkungen der verminderten Futteraufnahmen dramatisch. Ein Zapfentränker sollte pro Minute 1,5 l Wasser liefern. Daher immer beim Stalldurchgang einen Blick auf saufende Schweine werfen. Stehen die Tiere „ewig“ am Tränker, stimmt der Durchfluss nicht. Spätestens beim Waschen der Bucht die Tränker selbst kontrollieren. Bei Trockenfütterung ist das umso wichtiger, da die Tränker die einzigen Wasserquellen sind.



Wasserversorgung zu achten

wobei die Tiere nicht nass werden