Autor: Johannes Gangl B.Sc.
Europa bekommt die Auswirkungen der extremen Temperaturen der vergangenen Wochen zu spüren.
Während das Angebot und die Schlachtgewichte durch die Bank abrutschten, verringerte sich gleichermaßen die Nachfrage im Handel mit Schweinefleisch. Des Öfteren wanderte Ware in die TK-Lager. Der Druck am Markt wurde nicht minimiert, sondern baute sich gebietsweise sogar noch weiter auf. Deutsche Forderungen nach Preisabschlägen konnten nur durch noch stärkere Angebotsrückgänge verhindert werden. Ein schwacher Trost für die Branche, die wirtschaftlich am Boden liegt. In Italien werden in den nächsten Wochen Impulse durch den anlaufenden Tourismus erwartet. Die dortige Situation wird jedoch ebenfalls durch den innereuropäischen Konkurrenzkampf am Fleischmarkt, in dem Spanien federführend ist, beeinflusst. Frankreich kann als einziges Land auf feste Preise pochen. Die wöchentliche Menge findet reibungslosen Absatz. Zwar nehmen hier Schlachtgewichte und Angebot ebenfalls ab, der französische Markt hängt jedoch bei weitem nicht so vom Export ab.
Auch in Österreich ging das Angebot diese Woche spürbar zurück. In der abgelaufenen Schlachtwoche rutschte die Schlachtmenge wieder unter 90.000 Stück auf 88.000. Auch das durchschnittliche Schlachtgewicht sank in den vergangenen drei Wochen um 0,8 kg. Dies sind Anfang Juli traditionelle Entwicklungen in der Mast. Im Fleischgeschäft verbesserte sich der Absatz von Schopf, ist jedoch noch immer nicht zufriedenstellend. Frische Ware wird bestmöglich verkauft, um es nicht teuer einfrieren zu müssen. Das reduzierte Angebot quer durch Europa errettet nicht nur Österreich, den durch die Exportschwierigkeiten erzeugten Druck, nachzugeben. Vor diesem Hintergrund wurde an der Ö-Börse seitwärts notiert.