Autor: Johannes Gangl B.Sc.
In Europa zeigt sich ein zunehmend einheitliches Bild.
Kleinere Angebotsmengen, welche regional nicht ausgemästet sind, erreichen die Schlachthöfe bei gleichzeitig regem Kaufinteresse der Abnehmer. Auch im Geschäft mit Schweinefleisch hört man von besseren Umsätzen. Zum einen wirken sich heimkehrende Urlauber und grillfreundliches Wetter auf den Fleischkonsum positiv aus, zum anderen nehmen Verarbeitungsbetriebe nach den Betriebsurlauben in der Produktion wieder volle Fahrt auf.
In Italien, wo durch den Tourismus der Absatz von Schweinefleisch durchaus mit „reißend“ beschrieben werden kann, verzögert sich das Anspringen der Verarbeitungsindustrie durch den Feiertag „Ferragosto“ – in Österreich zeitgleich mit Maria Himmelfahrt – der den absoluten Höhepunkt des Sommers darstellt und an dem viele Betriebe die Produktion einstellen. Generell herrscht in ganz Europa nicht nur Hitze, sondern auch zunehmende Nachfrage, was im Gros der EU-Produktionsländer zur Notierungsanhebung führte.
In Österreich ist die Nachfrage nach Schweinen ungebremst hoch. Das nach wie vor schwächelnde Angebot aufgrund der Hitze und verzerrten Anmeldung verschärft die Situation. Den Export betrachtet, blickt man auf Japan, dessen Markt sich im Frühjahr durch Import von unüblichen Artikeln überversorgte. Schätzungen zufolge könnte es gegen Ende des Sommers wieder interessant werden, nach Japan zu exportieren – ein positiver Zusatzeffekt. Der Druck aus Spanien ist vorerst Vergangenheit. Nun heißt es, die traditionellen Handelsbeziehungen wiederherzustellen und in der österreichischen Bevölkerung sowie der Gastronomie Bewusstseinsbildung zu betreiben. Die Herkunftskennzeichnung kann natürlich unterstützend auf den Absatz heimischer Ware wirken, sie tut sich jedoch schwer, wenn grundsätzlich die Überzeugung fehlt. An der Ö-Börse wurde die Marschrichtung weiterverfolgt und mit +10 Cent notiert.