Autor: Johannes Gangl B.Sc.
Schlachtreife Schweine sind in ganz Europa auch diese Woche keine Mangelware.
Zwar wird in wenigen Regionen von knapper werdenden Mengen berichtet, in Summe überwiegt jedoch das ausgeglichene Angebot, welches durch fehlende Abnahmeimpulse die Preisdiskussionen in Richtung Reduktion leitet. Betrachtet man den Markt in Südeuropa, so befinden wir uns in der Zwischensaison, in der die Flaute am Fleischmarkt Tradition hat. In Spanien kämpft man ebenfalls damit, die wöchentlich angemeldeten Partien zu verwerten, wobei stellenweise sogar Schlachttage ausgesetzt werden. Ein Anstieg des durchschnittlichen Schlachtgewichtes ist die Folge. Die durch den ASP-Ausbruch induzierte Verschiebung der Warenströme beeinflusst nicht nur den spanischen Markt selbst. Durch das Regionalisierungsabkommen gelangt weitaus mehr spanisches Schweinefleisch in die übrigen EU-Mitgliedsstaaten als in der Vergangenheit. Der Markt bleibt europaweit angespannt.
In Österreich schlägt die Marktsituation in die Kerbe der vergangenen Woche. Die Pattsituation am Fleischmarkt läuft zum einen Gefahr, durch die Feiertagslage und drohende Überhangsbildung negative Tendenzen anzunehmen, zum anderen könnte sich die Situation bei anhaltendem Grillwetter rasch ins Positive drehen. Zuletzt erholte sich der Absatz im Edelteilbereich etwas, wobei der Erlös der Schlachtunternehmen im Hinblick auf das gesamte Schwein noch unzufriedenstellend bleibt. Auf Produzentenseite belasten die durch die „Iran-Krise“ ausgelösten, steigenden Produktionskosten die Wirtschaftlichkeit. Gleichermaßen bekommt auch die spezialisierte Ferkelproduktion die mageren Marktverhältnisse des Mastsektors zu spüren. Nach Abwägung aller Faktoren wurde an der Ö-Börse seitwärts notiert.