Autor: Johannes Gangl B.Sc.
Konträr kann die Situation am europäischen Schweinemarkt beschrieben werden.
Was in den vergangenen Wochen noch als leichte regionale Unterschiede erwähnt wurde, kristallisiert sich in dieser Schlachtwoche als marktbeeinflussendes Faktum heraus. Der Norden Deutschlands ist mit Schlachtschweinen gut versorgt. Seitens der Schlachtbranche wurde sogar Preisreduktion gefordert. In Süddeutschland sowie im restlichen Europa zeigt sich eine ausgeglichene bis regional festere Marktsituation. Für die Zukunft interessant ist eine Entwicklung am Exportmarkt. Nach sieben Jahren können deutsche Schweinefleischexporte wieder auf den philippinischen Markt gelangen. Die Beschränkungen waren nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Jahr 2020 verhängt worden, wurden nun aber im Zuge des „EU-Regionalisierungsabkommens“ aufgehoben.
In Österreich erschüttern Forderungen von Preisabschlägen in EU-Mitgliedsstaaten die Marktteilnehmer. Seit Wochen ist das Verhältnis am Schlachtschweinemarkt ausgeglichen. In den vollen Schlachtwochen zwischen den Feiertagen wurden rückblickend nie weniger als 91.500 Schweine, bei einem durchschnittlichen Schlachtgewicht von rund 100,5 kg an den Schlachthaken gebracht. Der erwartete Einbruch der Schweineanlieferung ist bis dato noch ausgeblieben. Das Fleischgeschäft kann sich im Moment noch nicht über größere Impulse freuen. Die feiertagsbedingte, zurückgehende Aktivität am Schlachtband geht mit der abflauenden Anlieferung schlachtreifer Schweine einher. Aus dem Gespräch mit einem größeren Schlachtunternehmer wird jedoch deutlich, dass sich die Lage im Geschäft mit Edelteilen langsam verbessert. So zog die Nachfrage nach beispielsweise Schopf zuletzt deutlich an. Vor diesem Hintergrund wurde an der Ö-Börse abermals seitwärts notiert.