Autor: Johannes Gangl B.Sc.
Der europäische Schlachtschweinemarkt kommt zusehends unter Druck.
Die von der Erzeugerseite reduzierten Anmeldungen stehen einem schwächelnden Fleischmarkt gegenüber. Zwar brachte das vergangene Maiwochenende Impulse, deren Intensität reichte jedoch nicht aus, um die Gesamtsituation maßgeblich zu ändern. Für das in die Gänge kommende Grillgeschäft wird stellenweise Ware aus gut gefüllten TK-Lägern verwendet. Die Feiertagslage belastet zusätzlich die Schlachtbetriebe, weshalb vermehrt Mengenkürzungen vorgenommen wurden. Der in der vergangenen Woche angekündigte Notierungsrückgang wurde nun Realität. In Spanien sinkt das Lebendangebot und in Frankreich sinken bereits die Durchschnittsgewichte. Was ansonsten Parameter zu festeren Preisen sind, haben durch verkürzte Schlachtwochen keine Auswirkung. Erschwerte Preisverhandlungen sind die Konsequenz. Immer wieder neue ASP-Fälle in Spanien hemmen obendrein den Optimismus der Produzenten und schüren Ängste einer weiteren Ausbreitung.
In Österreich wird deutlich, wie eng man doch im europäischen Gefüge miteinander verwoben ist. Generell fehlt dem Fleischmarkt der Zug. Die Branche ächzt unter diesen Bedingungen und quer durch die Schlachthoflandschaft macht sich Ratlosigkeit breit, wie und wann sich die Situation drehen könnte. Dass sich Angebot und Nachfrage die Waage halten, bestätigt sich in dieser Woche am durchschnittlichen Schlachtgewicht, das erstmals seit Wochen unter 100 kg auf 99,71 kg liegt. Dem deutschen Preiseinbruch konnte an der Ö-Börse zumindest mit Verweis auf das aktuelle moderate Schlachtschweineangebot entgegengewirkt werden. Vor diesem Hintergrund wurde die Notierung um 4 Cent zurückgenommen.